Die Verlegung von Parkett mittels vollflächiger Verklebung

Bei der Verlegung von Parkett mittels der vollflächigen Verklebung wird das Parkett dauerhaft fest mit dem Untergrund verklebt. Auf einem durchgehenden ebenen, trockenen und festen Untergrund (Estrich, Blindboden) können eigentlich alle Parkettarten mittels Parkettkleber verlegt werden. Vor allem für die Verlegung von hochwertigem Parkett ist die aufwändigere Verlegung der vollflächigen Verklebung geeignet. Im Vergleich zur schwimmenden Verlegung hat die vollflächige Verklebung den Vorteil eines besseren Gehkomforts, da dank des elastischen Klebers die Schallentwicklung reduziert sowie der Trittkomfort gesteigert wird. Außerdem „arbeitet“ das Parkett weniger. Darüberhinaus hat das Parkett durch die vollflächige Verklebung eine bessere Wärmeleitfähigkeit, somit ist diese Vorgehensweise besonders gut für die Verlegung auf Fußbodenheizung geeignet.

1. Vorüberlegungen und Vorbereitungen

Vor Beginn der Verlegung ist es wichtig, die folgenden Vorüberlegungen zu treffen und folgende Parameter zu überprüfen:

  • Die Ausrichtung bzw. Verlegerichtung des Parketts
  • Die Einhaltung des Raumklimas: Ca. 50-60% Luftfeuchtigkeit und ca. 18-20°C Lufttemperatur
  • Eine ausreichende Akklimatisierung des Parketts von mindesten 48 Stunden
  • Die Qualität des Parketts sowie die Holzfeuchte (9% +/- 2%)
  • Die Prüfung der Notwendigkeit einer Absperrung gegen aufsteigende Feuchtigkeit, z.B. mittels Epoxiharz
  • Die Prüfung der Notwendigkeit einer Trittschalldämmung
  • Die Wahl des Klebers zur Parkettart und zum Untergrund passend. Empfehlung: Lösemittelfreie Parkettkleber oder lösemittelarme Kunstharzkleber
  • Notwendigkeit der Grundierung des Untergrundes?

Vorbereitung des Untergrundes für die vollflächige Verklebung von Parkett

Die Belegreife des Untergrundes muss bei der Verlegung von Parkett mittels vollflächiger Verklebung mit dem Untergrund gemäß VOB DIN 18356 überprüft werden, insbesondere in Hinsicht auf einen ebenen, trockenen und festen Untergrund. Geeignete Untergründe zur vollflächigen Verklebung von Parkett sind beispielsweise Anhydritestriche, Zementestriche und Spanplatten.

Tipp: Lesen Sie unseren Artikel zur „Vorbereitung des Untergrundes“

Im Anschluss an die Überprüfung des Untergrundes und des gegebenenfalls notwendigen Schleifens und Ausgleichens des Untergrundes mittels Spachtel- bzw. Ausgleichsmasse muss der Untergrund meist vor der vollflächigen Verklebung des Parketts grundiert werden. Lediglich neue, saubere und staubfreie Estriche müssen vor der Verlegung mittels vollflächiger Verklebung nicht grundiert werden. Vor der Verklebung des Parketts muss gewährleistet sein, dass ein ebener, trockener, fester und sauberer Untergrund vorhanden ist. Außerdem kann eine Feuchtigkeitssperre notwendig sein und eine Trittschaldämmung oder auch eine Kombination dieser beiden Maßnahmen von Vorteil sein.

Eine Feuchtigkeitssperre sollte eingesetzt werden, falls die Gefahr von aufsteigender Feuchtigkeit besteht. Wenn eine Feuchtigkeitssperre notwendig ist, kann diese zum Beispiel mit Epoxiharz geschaffen werden.

In einem Mehrfamilienhaus oder einem sehr hellhörigen Gebäude kann die Verlegung einer Trittschalldämmung von Vorteil sein. Diese wird bei der Verlegung von Parkett mittels vollflächiger Verklebung auch mit dem Untergrund verklebt. Meist kann von der Verwendung einer Trittschalldämmung abgesehen werden, da die Verlegung von Parkett mittels vollflächiger Verklebung einen positiven Einfluss auf den Gehkomfort hat und der Schallentwicklung entgegen wirkt.

2. Die Verlegung der ersten Reihe – Verlegung von Parkett mittels vollflächiger Verklebung

Die Verlegung der ersten Parkettreihe beginnt mit der Nut zur Wand in einer Ecke des Raumes und zunächst trocken ohne der Verwendung von Kleber.

Wichtig ist, dass während der gesamten Verlegung eine mindestens 15mm breite Dehnungsfuge zur gesamten Wand und allen anderen festen Bauteilen (angrenzende Böden, Türen, Heizungsrohren etc.) unbedingt eingehalten wird. Die Dehnungsfugen werden für die weitere Verlegung mit Keilen oder Abstandshaltern fixiert.

Die Kopf- bzw. Stirnseiten der einzelnen Elemente der ersten Reihe werden zunächst weiterhin ohne die Verwendung von Kleber ineinander gesteckt. Mit Hilfe eines Schlagholzes und Hammers können die Elemente gut fugendicht zusammengefügt werden.

Bereits in der ersten Reihe ist es ratsam, an die letzte Reihe zu denken. Die letzte Reihe sollte nicht zu schmal werden. Somit ist es vorteilhaft vorab die Breite der zu verlegenden Fläche zu messen und zu berechnen, um anschließend die Breite der ersten und letzten Parkettreihe zu bestimmen. Die erste Breite wird dem ermittelten Wert entsprechend und falls eine Wand nicht ganz gerade sein sollte, angepasst. Es ist ratsam sich die zu sägenden Stellen mit einem Bleistift vorab zu kennzeichnen.

Zur Verlegung des letzten Elementes in der ersten Reihe wird das Parkettelement um 180° gedreht und gegen die Wand gestoßen, so kann die Länge zum vorletzten Element leicht markiert werden; Alternativ kann die Markierung auch gut mit einem Anschlagswinkel vorgenommen werden. Der Abstand der Dehnungsfuge zur Wand darf nicht vergessen werden! Das letzte Element der Reihe kann gut mit Hilfe eines Zugeisens eingesetzt werden. Nachdem die erste Reihe durchgehend exakt ohne Kleber verlegt wurde kann diese wieder abgetragen sowie auseinander genommen werden und der Kleber für die erste Reihe aufgetragen werden.

Nun wird der für die erste Reihe benötigte Kleber mittels eines geeigneten Zahnspachtels den Herstellerangaben entsprechend aufgetragen. Es wird stets vor der Fläche gearbeitet und auch bei dem Aufbringen des Klebers für die folgenden Reihen der weiteren Parkettelemente darf höchstens so viel Parkettkleber aufgebracht werden, wie innerhalb der offenen Tropfzeit verlegt werden kann. Ist der Parkettkleber der ersten Reihe fachmännisch aufgetragen, können die vorbereiteten Elemente der ersten Reihe, wie zuvor ohne Kleber, nun mit Kleber vollflächig verklebt werden. Dehnungsfugen dürfen nicht vergessen werden!

Beachten Sie bei der Verlegung des Parketts mittels vollflächiger Verklebung, dass die einzelnen Parkett Elemente zu einer harmonischen Fläche passend zur Holzmaserung nach dem eigenem Geschmack sortiert werden sollten.

3. Die Verlegung der folgenden Parkettreihen – Verlegung von Parkett mittels vollflächiger Verklebung

Die folgenden Reihen können stets mit dem Rest des gekürzten Elementes der vorigen Reihe begonnen werden und das Prozedere der ersten Reihe wird stets mit der direkten Verwendung von Kleber wiederholt. Es ist ratsam jeweils Kleber für mehrere Reihen aufzutragen, jedoch lediglich Abschnittsweise, höchstens so breit wie die Arme reichen und innerhalb der offenen Tropfzeit verlegt werden kann. Zuerst werden Kopf- bzw. Stirnseiten ineinander gefügt und anschließend die Längsseiten. Sowohl an den Längsseiten als auch an den Kopf bzw. Stirnseiten werden die einzelnen Parkett Elemente mittels Schlagholz und Hammer gut fugendicht zusammengefügt. Die Einhaltung eines Stirnversatzes (der Versatz der einzelnen Elemente) von mindesten 30cm besser 40cm ist besonders wichtig einzuhalten, sowie der Dehnungsfugen zu allen Wänden und festen Bauteilen. Bis zur letzten Reihe wird der beschriebenen Art und Weise entsprechend weiterverlegt. Beim Abschluss des Raumes wird die Tiefe der letzten Reihe passgenau zugeschnitten und den vorigen Reihen entsprechend verlegt. Dehnungsfugen beachten!

Die mittels vollflächiger Verklebung verlegten Parkett Elemente werden kontinuierlich nach Fortschritt der Verlegung mittels geeignetem Material von oben beschwert, damit das Parkett optimal am Untergrund und Klebstoff haftet, beispielsweise eignen sich Sandsäcke oder vorhandenes Material für die Verlegung am darauf folgenden Tag.

4. Die Verlegung um Türrahmen und Heizungsrohre

Türrahmen

Türzargen aus Holz (Holztürfutter) können mit Hilfe eines Fuchsschwanzes oder einer Feinsäge passgenau gekürzt werden, damit ein Element des vollflächig verklebten Parketts im Türbereich perfekt verlegt werden kann. Bei Türzargen aus Metall müssen die Dielen entsprechend angepasst werden und die Dehnungsfugen entsprechend beachtet werden!

Heizungsrohre

Beim Verlegen rund um Heizungsrohre werden die Heizungsrohre auf dem Verlege Element markiert und ein ca. 30mm größerer Durchmesser als die jeweiligen Heizungsrohe gebohrt, damit die erforderliche Dehnungsfuge vorhanden ist. Anschließend wird ein Einpassstück in der Form eines V’s im Winkel von 45 Grad ausgesägt und das Stück mit Holzleim seitlich und Parkettkleber zum Untergrund wieder hinter dem Heizungsrohr an das ursprüngliche Element angebracht. Die Aussparungen können mit Spritzkork oder mit Heizkörperrosetten verkleidet werden.

5. Das Schleifen des rohen Parketts – Verlegung von Parkett mittels vollflächiger Verklebung

Für den Fall, dass rohes Parkett vollflächig verlegt wird, kann das frisch verlegte Parkett nach Trocknung des Klebers (meist am darauf folgendem Tag) geschliffen werden. Je nach Parkettart und Herstellerangaben kann entweder lediglich ein minimaler Feinschliff mit einem 120er bzw. 150er Schleifgitter oder aber ein mehrstufiger Schleifvorgang mit 80er, 100er, 120er bzw. 150er Schleifpapier und anschließendem 120er bzw. 150er Schleifgitter notwendig sein.

Tipp: Weiter Informationen im Kapitel „Parkett schleifen“

6. Die Oberflächenbehandlung bzw. das Aufbringen des Finishs auf rohem Parkett

Im Anschluss an den Feinschliff wird das rohe Parkett entweder geölt, gewachst, mit einem Öl-Wachs-System behandelt oder lackiert.

Tipp: Weitere Informationen im Kapitel „Oberflächenbehandlung von Parkett“

7. Das Anbringen der Sockelleisten

Im Anschluss an das Verlegen und an das Aushärten des Parkettklebers und gegebenenfalls der finalen Oberflächenbehandlung können unmittelbar oder falls gewünscht im Anschluss der ersten Einpflege des Parketts die Sockelleisten angebracht werden. Zum Zuschneiden der Sockelleisten wird eine Gährungssäge empfohlen. Die Sockelleisten können je nach System mittels Montagekleber, Montageclips oder einer Klick-Funktionsleiste angebracht werden. Bei der Verwendung von Befestigungsklammern wird ein Abstand von jeweils ca. 40cm – 50cm empfohlen.

Tipp: Weitere Informationen im Kapitel „Sockelleisten anbringen“