Parkett Schleifen – Schritt für Schritt

Sowohl neues als auch altes Parkett muss vor der Oberflächenbehandlung geschliffen werden. Lediglich final behandeltes Fertigparkett muss nach dem Verlegen auf einem ebenen Untergrund nicht geschliffen werden. Bei neuem frisch verlegten Parkett, zum Beispiel Stabparkett als Fischgrät verlegt oder Dielen ohne Fase, werden durch das Schleifen Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Parkettelementen eliminiert, so dass eine ebene, glatte Oberfläche entsteht. Bei alten vorhandenen Holzfußböden müssen zum Beispiel Schmutz, Wachs, Öl, und oder Lackschichten abgeschliffen werden und stark beanspruchte Stellen ausgeglichen werden. Für diese Art des Parkett Schleifens können ein oder zwei Schleifgänge mehr sowie gröberes Schleifpapier notwendig sein, der Beanspruchung des Parketts entsprechend.

Generell gilt, dass man besser mit einer zu feinen Körnung im Schleifpapier anfängt und wenn man merkt, dass eine gröbere Körnung notwendig ist, eine gröbere Körnung verwendet wird. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick welche Körnung in welchem Schleifgang verwendet werden könnte. Die Tabelle gibt nur eine grobe Übersicht. Die Auswahl der Körnung steht immer im Zusammenhang mit der verwendeten Schleifmaschine und der Oberfläche des Parketts und wird entsprechend kombiniert.

Schliff Neu verlegtes ebenes rohes Parkett Neu verlegtes rohes Parkett Alte Holzfußböden Alte Holzfußböden mit Ochsenblut
1. Schliff 120. Körnung 40. / 60. Körnung (falls notwendig) 24. / 32. Körnung (falls notwendig) 16. / 24. Körnung (falls notwendig)
2. Schliff  – 60. / 80. Körnung 40. / 60. Körnung 40. / 60. Körnung
3. Schliff  – 100. / 120. Körnung 60. / 80. Körnung 60. / 80. Körnung
4. Schliff   –   – 100. / 120. Körnung 100. / 120. Körnung

Hinweis:

Entscheidend beim Schleifen von Holzfußböden ist die Führung der Schleifmaschine! Grundsätzlich sollte die Schleifmaschine erst mit dem Parkett in Berührung kommen, wenn die volle Drehzahl erreicht ist.

Weitere Informationen

1. Schritt – Überprüfungen der Vorarbeiten und Vorbereitungen

Wie beim vorigen Artikel (Thema mit Link Parkett Schleifen – Umfangreiche Informationen) ausführlich beschrieben, müssen alle Vorbereitungen und Vorarbeiten vor Beginn des Schleifens abgeschlossen sein. Alle Möbel und Einrichtungsgegenstände sollten aus dem jeweiligen Raum entfernt sein. Falls nicht alle Gegenstände entfernt werden können, sollten die Sie mit Malerfolie und Klebeband abgehängt und abgeklebt werden. Falls vorhanden, werden vorzugsweise die Sockelleisten demontiert sowie hervorstehende Nägel versenkt oder herausgezogen. Loses oder beschädigtes Parkett ist fachmännisch zu reparieren bzw. auszubessern und der Boden ist reinigen und abzusaugen.

Besonders wichtig ist, dass man sich vor Beginn des Schleifens sicher ist, dass, falls vorhanden, alle hervorstehenden Nägel zuvor entweder versenkt oder herausgezogen worden sind.

2. Schritt – Der Grobschliff des Parketts

Der Grobschliff ist nur notwendig, wenn alte Lack-, Wachs-, Öl-, Farbreste oder starke Verschmutzungen und Laufspuren vorhanden sind, die ausgeglichen werden müssen. Ansonsten kann der Grobschliff übersprungen werden und direkt mit dem Zwischenschliff oder Feinschliff begonnen werden.

Der Grobschliff sollte stets mit einem Walzenschleifer durchgeführt werden, da dieser Unebenheiten deutlich besser ausgleicht, sowie Lack-, Wachs-, Öl- und Farbreste besser abträgt als Tellerschleifer. Für den Grobschliff wird meist Schleifpapier mit 24. oder 36. Körnung verwendet; bei äußerst widerspenstigen Rückständen kann es auch von Vorteil sein, eine 16. Körnung zu verwenden; bei gut erhaltenem Parkett kann aber auch eine 40. Körnung ausreichend sein. Allgemein gilt erst ein Schleifpapier mit feinerer Körnung zu testen und wenn dies nicht ausreichend sein sollte auf ein gröberes umzusteigen. Der Grobschliff sollte immer diagonal zur Holzmaserung durchgeführt werden. Nach dem ersten Schleifgang wird der Boden wieder abgesaugt.

3. Schritt – Der Zwischenschliff des Parketts

Falls zuvor kein Grobschliff durchgeführt wurde, kann abgewogen werden, ob ein Zwischenschliff mit mittlerer Körnung erforderlich ist oder direkt mit dem Feinschliff begonnen werden kann.

Der Zwischenschliff wird mit einem Schleifpapier mit 60. oder 80. Körnung durchgeführt. Beim Zwischenschliff muss besonders auf die Schleifrichtung in Abhängigkeit zur Verlegerichtung des Parketts geachtet werden, da so Schleifspuren des vorrausgegangenen Grobschliffs und Unebenheiten beseitigt werden. Falls möglich, wird in Richtung der Maserung des Holzes geschliffen.

Beispiele:

  • Stabparkett im Verband: Zwischenschliff in Längsrichtung der Maserung mit leichtem Winkel (7 – 15 Grad), Feinschliff entlang der Maserung
  • Fischgrätparkett, Mosaikparkett, Tafelparkett: Zwischenschliff in diagonalen Bahnen möglichst mit der Maserung des Holzes
  • Dielen: Zwischenschliff in Längsrichtung der Maserung mit leichtem Winkel (7 – 15 Grad), Feinschliff entlang der Maserung

Der Schleifaufwand des Zwischenschliffs ist von der Abnutzung bzw. dem Zustand des Parketts abhängig. Falls notwendig, erfolgt der Zwischenschliff in mehreren Durchgängen. Bei diesem Schritt des Zwischenschliffs erfolgt nun auch die Bearbeitung der Randbereiche und Ecken im Raum. Mit einer speziellen Rand- und Eckenschleifmaschine werden die noch nicht angeschliffenen Stellen in kreisender Bewegung ohne zusätzlichem Druck mit 40. oder 60. Körnung geschliffen. Da Rand- und Eckenschleifmaschinen eine deutlich kleinere Arbeitsfläche haben, kann meist eine gröbere Körnung verwendet werden, da das Schleifbild mit kleineren Maschinen deutlich feiner, als mit größeren Maschinen wird. Ist der Zwischenschliff vollendet, werden kleine Risse, Fugen, Zwischenräume gespachtelt oder gekittet.

4. Schritt – Parkett spachteln, Fugen und Risse verschließen

Nach dem Zwischenschliff und vor jedem Feinschliff werden kleine Risse, Fugen, Zwischenräume entweder mittels Schleifstaub an gemischtem Parkettspachtel oder mittels handelsfertiger Spachtelmasse oder Holzkitt verschlossen. Anschließend, nach der Trocknung der gespachtelten Stellen, wird der Holzfußboden wieder gründlich abgesaugt.

5. Schritt – Der Feinschliff des Parketts

Beim Feinschliff, dem finalen Schliff, erhält der Boden seine ganz glatte Oberfläche. Auch beim Feinschliff ist die Schleifrichtung besonders wichtig. Der Feinschliff sollte immer längs zur Holzmaserung, sowie parallel oder quer zum Lichteinfall durchgeführt werden. Der Feinschliff längs der Holzmaserung und quer zum Lichteinfall ergibt meist das schönste finale Schleifbild. Wie zuvor beim Zwischenschliff werden auch die Randbereiche und Ecken mit speziellen Rand- und Eckschleifmaschinen geschliffen, beim Feinschliff jedoch mit 100. oder 120. Körnung.

Tipp:

Es ist ratsam alle Schleifvorgänge, aber vor allem den Feinschliff während des Tageslichts durchzuführen. Erst bei vollem Licht kann man erkennen, ob der Schliff gelungen ist oder nicht.

Im Anschluss wird der Holzfußboden wieder gründlich abgesaugt und die finale Oberflächenbehandlung mittels Lack, Öl, Öl-Wachs Systemen oder lediglich Wachs kann durchgeführt werden.

6. Schritt – Die Endbehandlung der rohen Oberfläche

Nach dem Feinschliff oder nach der Verlegung von final geschliffenen rohen Oberflächen von Holzfußböden kann zwischen den verschiedenen Oberflächenbehandlungen bzw. Versiegelungen frei gewählt werden.

Meist werden Holzfußböden lackiert, geölt oder mit einem Öl-Wachs-System behandelt. Die Versiegelung des Holzfußbodens mit einem Lack hat einen filmbildenen Charakter und die Holzporen werden geschlossen. Die Behandlung der Oberfläche mit einem Öl oder einem Öl-Wachssystem dringt hingegen in das Holz ein und verschließt die Holzporen. Das Lackieren ist im Vergleich ein wenig aufwändiger als das Ölen. In der täglichen Pflege und Reinigung verlangen Öl und Öl-Wachsysteme ein wenig mehr Aufwand als lackierte Oberflächen. Doch können mit Öl oder Öl-Wachs-Systemen behandelte Oberflächen partiell ausgebessert werden, was wiederum bei versiegelten Böden nicht der Fall ist. Weitere Informationen über die Vor- und Nachteilen zwischen lackierten und geölten Oberflächen finden sie in unserem Artikel „Geölt versus Lackiert.“

Parkett lackieren:

Nach dem Feinschliff des Holzfußbodens und der anschließenden gründlichen Reinigung wird beim Lackieren der Oberfläche zunächst die Grundierung auf das Parkett aufgetragen. Die Grundierung schließt die Holzfasern und lässt die Holzfasern aufquellen. Aus diesem Grund muss nach der Trocknung der Grundierung der Boden leicht mit Schleifpapier mit 120. Körnung oder mit einem 120. Schleifgitter leicht übergeschliffen werden. Dabei wird die Grundierung nicht abgeschliffen, sondern nur die Oberfläche leicht geglättet. Anschließend wird der Boden wieder gründlich gereinigt und der Lack zum Versiegeln der Oberfläche kann aufgetragen werden. Bei stark beanspruchten Räumen ist es sinnvoll, ein weiteres Mal den Boden mittels Schleifen wie nach dem Auftrag der Grundierung zu glätten und die Lackschicht ein zweites Mal aufzutragen. Wichtig ist, dass bei der Versiegelung der Lack vor direkter Sonneneinstrahlung, auch während des Trocknens, geschützt werden muss, da sich ansonsten Bläschen bilden.

Detaillierte Informationen zum Thema Parkett lackieren finden Sie in unserem Artikel: „Parkett lackieren“

Parkett Ölen:

Im Anschluss an den Feinschliff des Holzfußbodens und der gründlichen Reinigung kann das Parkett geölt oder mit einem Öl-Wachs_System behandelt werden. Je nach Angabe des Herstellers werden die Öle ein oder zweimal aufgetragen. Hardenberg Design hat ein breites Öl Spektrum im Sortiment und beispielsweise Öle, die mit einem Auftrag oder zwei Aufträgen angewendet werden.

Beim Auftrag des Öls ist darauf zu achten, es gleichmäßig dünn aufzutragen, überschüssiges Öl sofort abzutragen und anschließend beispielsweise mit einem weißen Pad zu polieren, sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Öl Auftrag. (Hardenberg Design hat geeignete Poliermaschinen im Sortiment) Falls gewünscht kann im Anschluss an das Ölen das Parkett zusätzlich gewachst werden; Parkett Wachs gibt es im flüssigen und festen Zustand.

Detaillierte Informationen zum Thema Parkett ölen finden Sie in unserem Artikel: „Parkett ölen“