Parkett lackieren

Wer sich entschieden hat, sein neues frisch verlegtes rohes Parkett oder das frisch abgeschliffene Parkett zu lackieren, sollte darauf achten, dass die Oberfläche des Holzfußbodens für die Versiegelung mit Lack entsprechend adäquat vorbereitet ist, und, dass der für diesen Zweck richtige Lack gewählt wurde. Lacke sind auf Parkett schichtbildend und schützen das Parkett dauerhaft gegen Feuchtigkeit. Lacke verschließen im Gegensatz zu Ölen die Poren des Holzes.

Die verschiedenen Lacksysteme für Parkett – Die Wahl des richtigen Lacks

Auf dem Markt werden verschiedene Parkett Lacke angeboten: Wasserbasierende Lacke, 1-Komponenten Lacke (1K), 2-Komponenten Lacke (2K) oder 3-Kompnenten Lacke (3K) und lösemittelhaltige Lacke. Welche Eigenschaften haben diese Lacke? Lacke werden meist auf Basis von Acrylaten (Kunststoffen) produziert. Wasserlacke werden häufig bevorzugt, da diese nur wenig oder keine Lösemittel beinhalten und besonders gut und einfach zu verarbeiten sowie schadstoffarm sind. Bestandteile der Wasserlacke sind Wasser, Acylrate, Polyurethane, Filmbildner und andere Lösemittel.1-Komponenten Lacke sind normale Parkett Lacke, die für den privaten Wohnbereich geeignet sind, jedoch nicht für gewerblich genutzte Objekte, da diese weicher und weniger beständig sind, als Parkett Lacke mit Härtern, wie es 2-Komponenten Lacke sind. Der Nachteil von 1-Komponenten Lacken ist, dass diese häufig spröder sind, und an häufig frequentiert genutzten Bereichen mit viel Lichteinfall und Wassereinwirkungen bereits nach wenigen Jahren leicht einreißen, abblättern oder schwarze Stellen aufweisen. Bei 2-Komponenten Lacke wird direkt vor der Anwendung eine Härterkomponente beigemischt. Dadurch sind 2-Komponenten Lacke deutlich abriebfester und beständiger gegen Gebrauchsspuren auf dem Parkett. Somit sind 2-Komponenten Lacke hochwertiger und härten schneller aus. Bei gewerblich genutzten Objekten sollten zwei oder drei Komponenten Lacke angewendet werden. Bei 3-Komponenten Lacke wird direkt vor der Anwendung zusätzlich zum Härter noch ein UV-Schutz als dritte Komponente beigemischt. Der 3-Komponenten Lack mit UV-Schutz wirkt dem Vergilben oder Nachdunkeln des Parketts entgegen und wirkt wie eine Art Sonnencreme auf das Holz. Die UV-Inhibitoren verhindern bzw. verlangsamen die Reaktion der UVA-Strahlung mit den ligninhaltigen Anteilen des Holzfußbodens. Besonders bei hellen Holzarten, wie z.B. Ahorn, Fichte, Kiefer, etc. sind 3-Komponenten Lacke sehr zu empfehlen. Stark lösemittelhaltige Lacke sind für besonders stark beanspruchte Böden zu empfehlen. Diese besitzen ein sehr gutes Haftungsvermögen und haben eine hohe Chemikalienbeständigkeit, die auch einen hohen Widerstand gegen mechanische Einflüsse aufweisen. Diese Polyurethan-Versiegelungen bestehen aus Polyesterharzen, Polymeren, Isocyanaten und Lösemitteln.

Die verschiedenen Lacke bzw. Grundierungen und möglichen Vorbehandlungen des Holzfußbodens lassen Raum, um den Boden farblich zu variieren. Darüberhinaus können Lacke auch eine matte, seidenmatte oder glänzende Oberfläche haben.

Parkett lackieren Schritt für Schritt

1. Vorbereitungen – Parkett lackieren

Zunächst müssen die äußeren Umstände überprüft werden. Zugluft, Temperaturen zwischen unter 12°C und über 25°C sowie direkte Sonneneinstrahlung können zu Blasen, Trübungen, Vergrauungen und Schleiern führen. Außerdem kann eine zu langsame Trocknung eines frisch lackierten Parketts die Glanzfähigkeit negativ beeinflussen. Somit ist es am Besten, wenn eine Temperatur von 12-25°C vorherrscht und ein regelmäßiger Luftaustausch stattfindet. Bitte überprüfen Sie auch die Luftfeuchtigkeit.

Des Weiteren muss altes Parkett ausreichend stark geschliffen werden, damit alle möglichen Rückstände, auch alte Grundierung etc., vollständig abgetragen werden und ein Feinschliff mit der vorgeschriebenen Körnung, meist 120er, vorliegt.

Besonders wichtig ist, dass der Holzfußboden absolut sauber und staubfrei ist, auch ist es wichtig Poren und Fugen mittels Staubsauger zu entstauben.

Pro Schicht Grundierung oder Lack werden meist 100 – 120 Gramm pro Quadratmeter benötigt. Dementsprechend ca. 1 Liter für ca. 10 Quadratmeter pro Schicht.

2. Grundierung auftragen – Parkett lackieren

Der Schichtaufbau beim Lackieren von Parkett beginnt bei den meisten Lacksystemen mit dem Auftrag der Grundierung; es gibt aber auch Lacke, die statt einer Grundierung eine zusätzliche Lackschicht brauchen.

Der Auftrag beginnt am hinteren Rand des Raumes. Die Grundierung wird Abschnittsweise immer in Richtung der Holzmaserung aufgetragen. Am Rand entlang der Wand bietet es sich an, die Grundierung mit einem breiten Pinsel aufzutragen; auf der restlichen Fläche geht es mit einer Rolle besser und schneller. Wichtig ist es eventuelle Klekse des Pinsels oder der Rolle zu vermeiden und gegebenenfalls unmittelbar zu entfernen. Aus diesem Grund sollte das Gebinde, welches den Lack enthält, auf eine Unterlage gestellt und unter dem Pinsel oder der Rolle sollte beispielsweise ein Tuch während des Weges vom Gebinde zur Arbeitsfläche die ganze Zeit darunter gehalten werden, um Tropfen zu vermeiden.

3. Zwischenschliff vor dem ersten Lackauftrag – Parkett lackieren

Nach 1 – 3 Stunden Trockenzeit der Grundierung wird das Parkett mit einem 120er Schleifgitter oder einem Schleifpapier mit 150er Körnung leicht angeschliffen. Dabei wird die Grundierung nur leicht angeschliffen, nicht abgetragen. Vor dem leichten Zwischenschliff fühlt sich die Fläche leicht rau an, Ziel ist es, dass die Fläche glatt ist, aber die Grundierung nicht abgetragen wird. Im Anschluss an den Zwischenschliff wird die Fläche trocken gereinigt.

4. Lack anrühren – Parkett lackieren

Um Ränder am unteren Rand des Gebindes zu vermeiden, wird das Gebinde auf eine Unterlage gestellt. Der Lack wird ggf. mit Härter und UV-Schutz angerührt. Anschließend warten Sie ungefähr 10 Minuten bis alle Luftbläschen aus dem Lack entwichen sind.

5. Erste Lackierung auftragen – Parkett lackieren

Der Lack wird „nass in nass“ gleichmäßig, weder zu dünn, noch zu dick, mit der Rolle aufgetragen. Nass in nass bedeutet, dass bei jedem Neuansatz der Rolle, die bereits lackierten Flächen leicht überlappen, so dass sich der noch nasse Lack mit dem frischen Lack vermischt. Die richtige Schichtdicke erzielen Sie, wenn Sie den Lack ohne Druck ausrollen. Beim Lackieren wird in Holzmaserung vom Licht weg gearbeitet. Wichtig ist, dass die gesamte Fläche lackiert wird. Dies kann leicht mit einem Blick über das Parkett zum Licht hin kontrolliert werden. Vergewissern Sie sich beim Start des Auftrags, dass Sie die Fläche zum Ausgang des Raumes zuletzt lackieren.

6. Zwischenschliff vor dem zweiten Lackauftrag – Parkett lackieren

Nach 8 – 10 Stunden Trockenzeit der ersten Lackschicht wird das Parkett, wie zuvor beschrieben, leicht mit einem 120er Schleifgitter oder einem Schleifpapier mit 150er Körnung angeschliffen. Dabei wird die Lackschicht nur leicht angeschliffen, nicht abgetragen. Vor dem leichten Zwischenschliff fühlt sich die Fläche leicht rau an, Ziel ist es, dass die Fläche glatt ist, aber der Lack nicht abgetragen wird. Im Anschluss an den Zwischenschliff wird die Fläche wieder trocken gereinigt.

7. Zweite Lackierung auftragen – Parkett lackieren

Nach dem Zwischenschliff wird das Parkett wie zuvor lackiert. Nach der zweiten Lackierung wird ggf. eine dritte Lackierung aufgetragen. Falls eine dritte Lackierung notwendig ist, folgt zuvor auch ein weiterer Zwischenschliff. Bei stark strapazierten Flächen ist es ratsam, eine dritte Schicht aufzutragen.

8. Trockenzeit – Parkett lackieren

Wichtig ist, dass nach der Fertigstellung der Lackierung regelmäßig gelüftet, aber Zugluft vermieden wird. Die erneute Versiegelung kann nach ungefähr 24 – 48 Stunden wieder betreten werden. Jedoch ist der Lack erst nach ungefähr ein bis zwei Wochen final ausgehärtet. In dieser Zeit sollten weder Möbel noch Teppiche auf den Teppich gestellt bzw. gelegt werden. Falls Möbel in den Raum gestellt werden, dürfen diese in den ersten 14 Tagen nicht geschoben werden. Grundsätzlich ist es ratsam, den Boden in den ersten 14 Tagen möglichst wenig zu belasten.