Einschränkungen durch Fußbodenheizung

Generell sind Parkett- oder Dielenfußböden für Fußbodenheizung geeignet, jedoch ist es wichtig bestimmte Voraussetzungen und Parameter einzuhalten. In erster Linie gilt es drei zentrale und wichtige Eigenschaften zu beachten:

  • Art und Einstellungen der Fußbodenheizung,
  • Geeignete Holzarten, Beschaffenheit, Dimensionen, Art der Verlegung und Finish von Parkett bei Fußbodenheizung,
  • Die langfristigen raumklimatischen Verhältnisse.

Die Art und Eigenschaften der Fußbodenheizung

Niedertemperaturen-Fußbodenheizung und Warmwasser-Fußbodenheizung mit einer entsprechend konstant und dauerhaft eingestellten Vorlauftemperatur sind für Holzfußböden empfehlenswert. Wichtig ist, dass die Fußbodenheizung so eingestellt ist, dass die Oberflächentemperatur des Parketts nirgends 26°C übersteigen kann. Ratsam ist es bei größeren Räumen, eine Heizlastberechnung durchzuführen, die besagt, ob mit diesen Vorrausetzungen die einzelnen jeweiligen Räume auf die gewünschte Temperatur, gerade im Winter bei starken minus Graden, entsprechend beheizt werden können. Alte Heizsysteme sind aus diesen Gründen eher ungeeignet, da diese meist schlecht konstant in den für das Holz ausschließlich erlaubtem und zugelassenem Temperaturbereich regulierbar sind.

Geeignete Holzart, Beschaffenheit, Dimension, Art der Verlegung und Finish von Parkett bei Fußbodenheizung

Da Holz arbeitet und sich dementsprechend bei schwankender Temperatur oder Luftfeuchtigkeit permanent bewegt, ist es besonders wichtig bei Fußbodenheizung eine geeignete Holzart zu wählen. Besonders geeignet sind Holzarten, die ein geringes Quell- und Schwindverhalten aufweisen und dementsprechend vergleichsweise geringfügiger arbeiten. Bewährt haben sich Holzarten wie Eiche, Kirsche oder Nussbaum, dagegen haben sich Buche und Ahorn weniger gut bewährt. Allgemein sind Harthölzer besser geeignet als Weichhölzer, weil Harthölzer vergleichsweise geringfügiger arbeiten und die Wärmeleitfähigkeit deutlich besser ist als die von Weichhölzern.

Prinzipiell ist Mehrschichtparkett vor allem beim Format der Diele besser für Fußbodenheizung geeignet als Massivholzparkett. Der Vorteil von Mehrschichtparkett bei Fußbodenheizung ist, dass durch die Verleimung (häufig Querverleimung) der einzelnen Schichten Mehrschichtparkett im Vergleich zu Massivholzparkett weniger arbeitet. Dieses Verhalten ist gerade bei Einsatz von Fußbodenheizung besonders vorteilhaft.

Bezüglich der Dimension der Breite muss zwischen Massivparkett und Mehrschichtparkett unterschieden werden. Generell ist kleinformatiges Parkett besser für Fußbodenheizung geeignet als großformatiges Parkett. Bei Massivholzdielen auf Fußbodenheizung sollte eine Breite von maximal 15cm – 16cm nicht überschritten werden. Mehrschichtdielen hingegen können auch mit einer deutlich größeren Breite auf Fußbodenheizung verlegt werden. Bezüglich der Stärke des Parketts oder der Diele gilt je stärker der Holzfußboden ist, desto mehr isoliert er und somit gibt es eine Verzögerung bei der Leitung der von der Fußbodenheizung ausgestrahlten Wärme.

Parkett auf Fußbodenheizung ist vollflächig mit dem Untergrund zu verkleben. Der Vorteil dieser Verlegeart ist die gute Wärmeleitfähigkeit dieser Art der Verlegung und das vergleichsweise vorteilhafte Quell- und Schwindverhalten gegenüber einer schwimmenden Verlegung. Vom Verlegemuster von beispielsweise Stabparkett sind Fischgrät- (wie z.B. das Stabparkett Eiche Massiv Fischgrät) oder Würfelmuster besser geeignet als Schiffsbodenmuster, da durch die Anordnung der einzelnen Stäbe das Quell- und Schwindverhalten verbessert wird.

Beim Finish bzw. der Oberflächenbehandlung von Parkett auf Fußbodensystemen sind Öl-Wachs-Systeme empfehlenswert. Bei Öl-Wachs-Systemen bleiben die Poren des Holzes offen, somit kann das Holz Feuchtigkeit besser aufnehmen und wieder abgeben. Außerdem haben Öl-Wachs-Systeme keine isolierende Wirkung wie lackiertes bzw. versiegeltes Parkett. Darüberhinaus besteht bei versiegeltem Parkett die Gefahr einer Abrissfuge (Riss in der Lackschicht). Während einer Heizperiode schwindet das Parkett bei Abgabe von Feuchtigkeit, dadurch besteht die Gefahr bei lackiertem / versiegeltem Boden der Bildung einer Abrissfuge, die bei geöltem Parkett nicht besteht.

Die Fußbodenheizung sollte während des Verlegens abgeschaltet sein und bei Abschluß des Verlegevorgangs ist es ratsam die Temperatur der Fußbodenheizung schrittweise zu erhöhen: 2°C pro Tag.